Navision

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Was verbirgt sich heute hinter dem Namen Navision? Die bewährte ERP-Lösung lebt als Dynamics 365 Business Central weiter. Wir zeigen auf, welche konkreten Geschäftsrisiken durch veraltete NAV-Versionen entstehen und wie der Wechsel in der Praxis gelingt.

Was ist Navision heute? Ein klarer Leitfaden für die Praxis.

Wenn Sie sich im Unternehmen um die Software kümmern, ist Ihnen der Name „Navision” sicher ein Begriff. Doch was genau verbirgt sich heute dahinter? Dieser Leitfaden gibt Ihnen klare Antworten, zeigt die stillen Risiken des Abwartens auf und bietet eine verlässliche Orientierung für die nächsten Schritte.

Navision ist heute Dynamics 365 Business Central

Die ERP-Lösung, die mit dem Mittelstand gewachsen ist

Navision ist der ursprüngliche Name eines der bewährtesten ERP-Systeme für kleine und mittelständische Unternehmen. Das Programm wurde entwickelt, um zentrale Geschäftsprozesse und die damit verbundenen Bewegungsdaten – von der Finanzbuchhaltung über den Vertrieb bis zum Lager – in einer einzigen, integrierten Lösung zu steuern. Heute lebt dieses Erbe unter dem Namen Microsoft Dynamics 365 Business Central weiter, einer modernen All-in-one-Unternehmensmanagementlösung.

Eine Geschichte der Weiterentwicklung

Die Geschichte von Navision ist keine von Brüchen, sondern eine der konsequenten Verbesserung. Sie erklärt, warum ein Wechsel heute der logische, nächste Schritt für Ihr Unternehmen ist.

  • Die Anfänge (ab 1984): Alles begann in Dänemark mit dem Buchhaltungssystem „PC Plus“. 1987 kam die erste Version als Client-Server-Anwendung unter dem Namen „Navision“ auf den Markt. Der Fokus lag von Beginn an auf Flexibilität und einfacher Handhabung.
  • Die Microsoft-Ära (ab 2002): Microsoft übernahm Navision und integrierte die Software in seine „Business Solutions“. Als Microsoft Dynamics NAV wurde sie zu einem zentralen Baustein der Dynamics-Familie und profitierte von der technologischen Stärke des Konzerns.
  • Der Sprung in die Zukunft (ab 2018): Die Umbenennung in Dynamics 365 Business Central markierte den Wandel hin zu einer modernen Cloud-Architektur. Dies war mehr als nur ein neuer Name; es war der Startpunkt für kontinuierliche, automatische Updates und tiefe Integrationen in die Microsoft-Welt.

Ist Business Central und Navision das Gleiche?

Ja, im Kern beschreiben die Namen verschiedene Entwicklungsstufen desselben Produkts. Die Software folgt einer klaren Linie, die Sie als Anwender kennen sollten. Die Namenshistorie lässt sich ja ganz einfach zusammenfassen: Navision → Dynamics NAV → Business Central.

Ein ERP-System war schon immer das digitale Herz eines Unternehmens. Die heutigen Möglichkeiten gehen jedoch weit über die klassischen Versionen hinaus. Während ältere NAV-Versionen bereits Finanzmanagement, Einkauf, Verkauf und Lager abdeckten, ist Business Central technologisch und funktional eine neue Generation.

Der entscheidende Unterschied: Warum Business Central mehr ist als ein neues NAV

Ein direkter Vergleich zeigt den fundamentalen Fortschritt. Früher wurden Anpassungen direkt im Kerncode von NAV vorgenommen. Das machte jedes Upgrade zu einem aufwändigen Projekt. Business Central löst dieses Problem durch ein sogenanntes Extension-Modell. Anpassungen werden in gekapselten Apps entwickelt, während der Standard unangetastet bleibt. Das macht Updates planbar, sicher und kosteneffizient.

Vom Stillstand zum Fortschritt: Risiken und Chancen abwägen

Viele Anwender denken: „Unser NAV läuft doch stabil, warum etwas ändern?“ Die Antwort liegt nicht nur in neuen Funktionen, sondern vor allem in den wachsenden, oft unsichtbaren Risiken, die durch das Festhalten an veralteter Technologie entstehen.

Die versteckten Geschäftsrisiken alter NAV-Versionen

  • Sicherheitslücken: Ältere NAV-Versionen unterliegen einer festen Support-Laufzeit. Für die letzte Version, Dynamics NAV 2018, endete der grundlegende Support bereits am 10. Januar 2023. Der erweiterte Support, der nur noch Sicherheitsupdates liefert, endet unwiderruflich am 11. Januar 2028. Danach wird die Software zu einem nicht mehr kalkulierbaren Sicherheitsrisiko.
  • Compliance-Probleme: Gesetzliche Anforderungen ändern sich laufend. Ob GoBD, DSGVO oder neue Nachhaltigkeitsberichtsstandards (CSRD) – in alten NAV-Versionen werden diese Änderungen nicht mehr abgebildet. Das zwingt Sie zu fehleranfälligen manuellen Umwegen und setzt Ihr Unternehmen rechtlichen Risiken aus.
  • Funktionale Stagnation: Wer auf Updates verzichtet, koppelt sich von der Weiterentwicklung ab. Wettbewerber nutzen bereits Werkzeuge wie KI-gestützte Analysen, mobile Apps oder integrierte Berichte, um agiler und datengestützter zu handeln. Funktionale Stagnation ist heute eben ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Die strategischen Vorteile, die den Arbeitsalltag erleichtern

  • Intelligenz und Entlastung: Business Central bringt Assistenten, die wirklich helfen. KI-gestützte Cashflow-Prognosen geben Sicherheit, und der Copilot unterstützt ganz praktisch, indem er zum Beispiel Marketingtexte für Artikel vorschlägt oder bei der Bankkontenabstimmung hilft. Eingebettete Power-BI-Dashboards liefern zudem Echtzeit-Einblicke direkt in der Benutzeroberfläche.
  • Nahtlose Integration: Die tiefe Verbindung mit Microsoft 365 (früher Office 365) ist ein enormer Vorteil. Sie können direkt aus Outlook Angebote erstellen oder mit der Funktion „In Excel bearbeiten“ Datenlisten einfach anpassen und wieder ins System laden, ohne die Anwendung wechseln zu müssen.
  • Zukunftssicherheit durch automatische Updates: Business Central erhält kontinuierlich Aktualisierungen. Anstelle teurer Großprojekte alle paar Jahre erhalten Sie zwei große Funktions-Updates pro Jahr automatisch. So bleiben Sie technologisch immer auf dem neuesten Stand, ohne dass dafür aufwändige Projekte geplant werden müssen.

Cloud oder eigene Server? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Die Frage nach dem richtigen Bereitstellungsmodell ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen. Business Central bietet Ihnen hierbei volle Flexibilität.

Die drei Modelle im Überblick

  • SaaS (Public Cloud): Die Standardlösung. Sie abonnieren die Software direkt bei Microsoft. Microsoft kümmert sich um Infrastruktur, Wartung und garantiert eine finanziell abgesicherte Verfügbarkeit von 99,9 %.
  • On-Premises: Sie installieren die Software auf eigenen Servern im Unternehmen. Damit behalten Sie die volle Kontrolle, sind aber auch selbst für Wartung, Sicherheit und die Durchführung von Updates verantwortlich.
  • Private Cloud/Hybrid: Ein Mittelweg, bei dem die Software auf den Servern eines Hosting-Partners läuft oder bei dem eine lokale Datenhaltung mit Cloud-Diensten kombiniert wird.

Ihre Entscheidung sollte auf einer klaren Analyse basieren. Wägen Sie ab, welcher Weg am besten zu Ihrer IT-Strategie und Ihren Ressourcen passt. Der entscheidende Unterschied liegt bei den Updates: Im Cloud-Modell erhalten Sie neue Funktionen und Sicherheitspatches automatisch. Bei On-Premises müssen Updates als eigenes IT-Projekt geplant und manuell durchgeführt werden.

Der Migrationsprozess in der Praxis: Ein Leitfaden in 5 Phasen

Die Migration von einem über Jahre gewachsenen NAV-System auf Business Central ist ein Projekt, das Respekt verdient, aber mit der richtigen Struktur sicher zu meistern ist. Es geht dabei um mehr als nur ein technisches Update.

Mehr als ein Update: Ein Projekt zur Modernisierung

Der Kern der Umstellung liegt im Technologiewechsel. Alte Anpassungen müssen als saubere, separate Apps neu entwickelt werden. Das ist die perfekte Gelegenheit, alte Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren, anstatt sie eins zu eins zu kopieren.

  1. Phase 1: Analyse und Planung: Hier definieren wir gemeinsam die Geschäftsziele, analysieren bestehende Prozesse und identifizieren, wo die größten Potenziale für Verbesserungen liegen.
  2. Phase 2: Bereinigung und Vorbereitung: Altdaten werden systematisch bereinigt und bestehende Anpassungen kritisch geprüft. Es wird entschieden, was durch Standardfunktionen, Apps oder Neuentwicklungen ersetzt werden kann.
  3. Phase 3: Technische Umsetzung: Die Business-Central-Umgebung wird aufgesetzt, die Daten werden migriert und notwendige Anpassungen als saubere Erweiterungen neu entwickelt.
  4. Phase 4: Testen und Schulung: Ihre Schlüsselanwender testen das System auf Herz und Nieren. Parallel werden alle Mitarbeiter umfassend geschult, damit der Start reibungslos verläuft.
  5. Phase 5: Produktivstart und Betreuung: Nach dem geplanten Wechsel zum neuen System folgt eine Phase intensiver Betreuung, um einen stabilen und sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Die Zukunft mit Business Central: Mehr als nur ein ERP-System

Eine Entscheidung für Business Central ist eine Investition in eine lebendige Plattform, die weit über die traditionellen ERP-Funktionen hinauswächst.

  • Das Microsoft-Ökosystem: Die wahre Stärke liegt im Zusammenspiel mit Werkzeugen wie der Power Platform, Teams und Microsoft 365. Geschäftsdaten können als interaktive Karten in Teams geteilt werden, und Kollegen mit einer Microsoft-365-Lizenz erhalten Lesezugriff, ohne eine teure BC-Lizenz zu benötigen.
  • Die wachsende Rolle von KI: Microsoft integriert KI-Assistenten wie den Copilot immer tiefer in Business Central. Diese Helfer werden Routineaufgaben weiter automatisieren und Ihre Mitarbeiter im Arbeitsalltag spürbar entlasten.
  • Der AppSource-Marktplatz: Der Microsoft AppSource bietet Hunderte zertifizierter Apps, mit denen sich Business Central um spezifische Branchen- oder Zusatzfunktionen erweitern lässt. So können Sie Ihr System passgenau konfigurieren, ohne aufwändige Individualentwicklungen.

Fazit: Warum der Wechsel von Navision jetzt eine strategische Chance ist

Das Festhalten an einem veralteten Navision oder Dynamics NAV ist mehr als nur eine verpasste Chance – es ist ein wachsendes Geschäftsrisiko in Bezug auf Sicherheit, Compliance und Wettbewerbsfähigkeit. Der Wechsel zu Dynamics 365 Business Central ist kein reines IT-Update, sondern eine strategische Modernisierung Ihres Unternehmens. Sie investieren in eine zukunftssichere, flexible und intelligente Plattform, die Ihre IT entlastet, die tägliche Arbeit Ihrer Mitarbeiter erleichtert und Ihnen die Werkzeuge an die Hand gibt, um im heutigen Marktumfeld erfolgreich zu sein.

Nächster Schritt

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